DSLV Bundesverband Spedition und Logistik e. V.

09/15/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/15/2026 06:26

Technologische Fortschritte bei alternativen Antrieben werden sichtbarer – Infrastruktur muss Schritt halten

Aktuelles

  • Berlin / Hannover
  • 15. September 2026
Pressemitteilungen

IAA Transportation

Technologische Fortschritte bei alternativen Antrieben werden sichtbarer - Infrastruktur muss Schritt halten

Die technologische Entwicklung batterieelektrischer und mit Wasserstoff angetriebener Nutzfahrzeuge ist deutlich weiter fortgeschritten als die Infrastrukturen für deren Betrieb. Zur IAA TRANSPORTATION 2026 fordert der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik einen schnelleren Ausbau der Stromnetze, der Ladeinfrastruktur und der Energieversorgung für den Straßengüterverkehr.

"Die Diskussion über die Zukunft des emissionsfreien Straßengüterverkehrs muss ihren Schwerpunkt verlagern. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob leistungsfähige E- und H2-Lkw verfügbar sind, sondern ob die notwendigen Ladeinfrastrukturen sowie Stromerzeugungs- und Netzkapazitäten mit der Fahrzeugentwicklung Schritt halten", erklärt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster.

Die Messe präsentiert die dynamische Entwicklung der Fahrzeugtechnologie mit deutlich höheren Reichweiten, kürzeren Ladezeiten und verbesserter Energieeffizienz. Dadurch werden zunehmend auch anspruchsvollere Einsatzprofile wirtschaftlich darstellbar. Ob alternative Antriebe oder autonomes Fahren - technologische Fortschritte allein können noch keinen flächendeckenden Einsatz ermöglichen: "Damit die Innovationen der Hersteller das operative Geschäft der Speditionshäuser unterstützen können, muss auch das infrastrukturelle Ökosystem reif werden", so Huster.

Welche Dimension diese Aufgabe bei der Flottenelektrifizierung hat, zeigt die vom DSLV beauftragte Studie des Instituts für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen University, die im Juni 2026 veröffentlicht wurde. Danach könnte der Strombedarf des Straßengüterverkehrs bis 2045 auf 156 Terawattstunden pro Jahr steigen - das 39-Fache des heutigen Verbrauchs.

Huster: "Der Markthochlauf emissionsfreier Lkw ist auch eine Frage von Netzkapazitäten und -anschlüssen. Ladevorgänge finden zukünftig mehrheitlich in Logistik-Depots und auf Betriebsgeländen statt. Die Stromnetzplanung muss den wachsenden Energie- und Leistungsbedarf der Logistikstandorte frühzeitig berücksichtigen."

Für die Unternehmen geht es dabei um langfristige Investitionsentscheidungen. "Wer heute in E-Lkw investiert, muss sich auf die Stromversorgung von morgen verlassen können. Wenn das Stromangebot nicht steigt, drohen Verteilungskämpfe zwischen Logistik, Industrie, Rechenzentren und privaten Verbrauchern. Der Logistiksektor wird in den nächsten Jahren Strom in industrieller Größenordnung benötigen und muss ebenso wie andere energieintensive Sektoren von Strompreisentlastungen profitieren können", appelliert Huster.

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